Sparzinsen – werden die Zinsen 2015 steigen?

von aktualisiert am: 25.06.2015

Anmeldung Newsletter TagesgeldzinsenViele Anleger stellen sich für 2015 die Frage, ob es sich überhaupt noch lohnt, Geld anzulegen? Werden die Sparzinsen dieses Jahr noch steigen?

Die Sparzinsen bewegen sich aufgrund der niedrigen Leitzinsen auf einem Rekordtief – wie in unserer aktuellen Grafik zum Sparzinsen-Vergleich zu sehen.

Aktuelle Top-Werte bei den Sparzinsen
In der Grafik sehen Sie die aktuellen Top-Anbieter mit den derzeit besten Zinsen. Durch Anklicken gelangen Sie zum Vergleich.


Sparzinsen steigen 2015 nicht

Die Sparzinsen steigen 2015 nicht!

10-jährige Bundesanleihen sind im Mai von 0,05% auf 0,70% gestiegen. Einen Einfluss auf die Sparzinsen hat das bisher nicht, wie unsere Realtime-Grafik (siehe oben) zur Zinsentwicklung beim Tagesgeld zeigt. Sollte es Anstiege geben, informieren wir Sie sofort über unseren Newsletter.

Bei den Festgeldzinsen bis zur Laufzeit von 5 Jahren, so auch beim Festgeld über 1 Jahr geht es immer noch abwärts, wie Sie dem Diagramm (unten) mit letztem Stichtag am 01.06.2015 entnehmen können.



Wir sind der Frage nach der möglichen Zinsentwicklung bei den Tagesgeldzinsen und Festgeldzinsen nachgegangen und erläutern dabei einige prinzipielle Zusammenhänge. Am Ende des Beitrages ein Ausblick mit Tipps für Sparer 2015.
geldanlage 2015 - steigen die Sparzinsen?
Inhalt des Artikels:

Niedrige Inflation

Die Inflation ist auch in Deutschland noch zu niedrig (im Mai 0,7%), obwohl die gefühlte Wahrnehmung der Menschen subjektiv eine andere ist. Im Gegensatz zur, auf Basis der Verbraucherpreise vom Statistischen Bundesamt berechneten, ist die persönliche Inflationsrate sehr unterschiedlich. Der prozentuale Konsumanteil an einzelnen Produkten des statistischen Warenkorbes ist individuell verschieden. Eine Familie die einen Großteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgibt oder ausgeben muss, kommt gefühlt und auch real auf eine höhere Inflationsrate. Auch Verbraucher die auf gesunde Ernährung wert legen und vorwiegend Bio-Produkte konsumieren, werden von sinkenden Preisen wenig spüren.

Zeit Inflationsrate Deutschland
Januar 2015 -0,4%
Februar 2015 0,1%
März 2015 0,3%
April 2015 0,5%
Mai 2015 0,7%

Die Berechnung der Inflationsrate beinhaltet einen qualitativen Fakor, der gerade bei Elektronikartikeln den technischen Fortschritt berücksichtigt. Die niedrige (rechnerische) Inflation 2015 ist vor allem auf die gesunkenen Rohstoffpreise zurückzuführen. Benzin und auch Heizöl haben sich auf Jahressicht deutlich verbilligt. Bei den Lebensmitteln sind die Preise in einigen Segmenten gestiegen. Wie und warum steht die niedrige Inflationsrate jedoch mit den Sparzinsen in einem Zusammenhang?

Heizölpreise der letzten 3 Jahre im Vergleich:

2012 2013 2014 Ende 2014 Jan 2015
Ø 95 Euro / 100 l Ø 85 Euro / 100 l Ø 80 Euro / 100 l Ø 62 Euro / 100 l Ø 55 Euro / 100 l

Inflationsraten EU 2015 auf Basis Verbraucherpreisindex (VPI)

Im Dezember rutschte die Teuerungsrate der Euro-Zone erstmals in dem negativen Bereich, sämtliche Bemühungen der EZB schienen wirkungslos zu bleiben. Der Leitzins als Stellschraube für Konjunktur und Inflation funktionierte nicht mehr. 2015 eine leicht positive Tendenz, die Inflationsraten steigen wieder. Das Ziel von 2,00% Inflationrate für die Euro-Zone ist mittelfristig jedoch nicht zu erreichen.
niedrige Inflation 2015

Zeitraum Inflation Euro Zone
Dezember 2014 -0,2%
Januar 2015 -0,6%
Februar 2015 -0,3%
März 2015 -0,1%
April 2015 0,0%
Mai 2015 0,3%

Interessant ist die Verschlechterung der Nachfragesituation in einigen Ländern wie z.B. Bulgarien. Wir haben zur Situation bei der Fibank, der größten bulgarischen Bank, berichtet, deren Kunden massiv Geld abgezogen hatten. Die Verunsicherung der Konsumenten scheint anzudauern, obwohl die Bank und auch der bulgarische Staat beteuern, die Pleitegerüchte seien künstlich aus politischen Gründen gestreut worden.
Quelle für Inflationszahlen: de.statista.com


EZB bekämpft Deflation – Theorie 1

Stagnieren die Preise oder sinken, mag das für den Verbraucher kurzfristig gut erscheinen. Die Unternehmen verdienen jedoch weniger und in der Folge sinken auch
Löhne und Gehälter. Das führt zu sinkendem Konsum. Zudem zögern Private und Unternehmen bei Investitionen, hoffen auf weitere Verbilligungen. Eine Spirale aus sinkenden Preisen und zunehmender Kaufzurückhaltung setzt sich in Gang. Ökonomen nennen diese Entwicklung eine Deflation. Genau das ist das Horrorszenario der EZB und Grund für die Niedrigzinspolitik.

Dass diese Theorie für einige Länder nicht abwegig ist, beweisen die negativen Inflationszahlen für Zypern oder auch Griechenland (siehe Tabelle).

Der schwächelnden Wirtschaft in Südeuropa sollen mit niedrigen Leitzinsen neue Impulse verliehen werden. Leider funktioniert das bisher nur begrenzt.

EZB subventioniert Banken und Krisenstaaten – Theorie 2

Nur wenn die Banken das Geld günstig weiter verliehen, sind Effekte zu erwarten. Die Kreditaufnahmen durch die Wirtschaft sind jedoch weiterhin unzureichend. Momentan können sich Banken Geld zu 0,05% leihen. Die Gefahr, dass die EU mit dem billigen Geld nur die Liquidität der Banken erhöht und damit Pleitebanken saniert, steht offen im Raum.

Ruft eine Bank das georderte Geld bei der EZB nicht ab, sondern parkt es weiterhin bei der Zentralbank, wird das mit einem Negativzins, dem Einlagenzinssatz von -0,20% bestraft. Das Geld soll in den Wirtschaftskreislauf fließen und muss die Konjunktur ankurbeln. Ursache dafür, dass EZB-Geld nicht in der Realwirtschaft ankommt, ist die Zinspolitik der Banken. Die Kreditzinsen sind nach wie vor zu hoch, zudem ist die Vergabepolitik wenig risikofreudig.

Druckt die EZB das Geld?

Die Milliarden Euro frisches EZB-Geld existieren nicht real. Die Notenpresse wird nicht angeworfen. Gegen Sicherheiten, wie Aktienoptionen schreibt die Europäische Zentralbank den Banken das Geld virtuell gut – ein rein buchhalterischer bzw. elektronischer Vorgang.

Niedrige Leitzinsen – niedrige Sparzinsen.

Diese Regel gilt und ist für den Anleger auch 2015 schmerzlich zu spüren.

Auf der anderen Seite pendelt der DAX zwischen 11.000 und 12.000 Punkten. Vielen Anlegern ist dabei nicht wohl, sie scheuen das Aufspringen auf den fahrenden Zug. Zudem kennt sich nicht jederan der Börse und mit ETB’s und Aktien aus, kann und will die Zeit für die Recherche von Unternehmenszahlen und Markttendenzen nicht investieren. Für eine erfolgreiche Spekulation an der Börse sind Sachkenntnis und Zeit jedoch unabdingbar.

Warum Banken das Geld der Sparer doch benötigen.

Bei der Geldbeschaffung über die EZB handelt es sich um kurzfristige Kredite mit einer Laufzeit von meist 3 Jahren. Bei einer Festgeldanlage eines privaten Sparers kann die Bank langfristig mit dem Kapital arbeiten. Auch Tagesgeldanlagen sind oft über viele Jahre konstant hoch bzw. werden systematisch aufgestockt.

LIBOR-Skandal – Geldtransfer zwischen den Banken stockt.

Ein weiterer Grund, warum das Geld der Sparer noch interessant ist, könnte im fehlenden Vertrauen der Banken untereinander begründet sein. Auf der Zinsbasis vom LIBOR geben sich die Banken untereinander Kredite. Anleihen zwischen Banken orientieren sich an den verschieden EURIBOR – Zinssätzen. Nach der Aufdeckung zahlreicher Manipulationen am LIBOR (nachweislich auch von der Deutschen Bank) ist dieser Geldbeschaffungsweg für eine Bank nicht mehr so transparent wie vor einigen Jahren und mit einigen Risiken behaftet.

Synergieeffekte und Mischkalkulationen
Ein Grund, warum beim Consorsbank Tagesgeld noch gute Sparzinsen zu erzielen sind, könnte die strategische Überlegung der Bank sein, einige der neuen Tagesgeldkunden mit dem kostenlosen Aktiendepot, welches automatisch mit eröffnet wird, zum Handel mit Fonds und Aktien and der Börse zu bewegen. Consors verdient an den Ordergebühren.

Breit aufgestellte Konzerne wie Renault oder stark im Consumer Kreditgeschäft tätige Unternehmen nutzen die privaten Geldanlagen zur Kapitalbeschaffung, um das lukrative Kreditgeschäft zu finanzieren. In solchen Konstellationen finden Sie auch 2015 noch attraktive Sparzinsen.


Argumente für eine Geldanlage 2015 trotz niedriger Sparzinsen.

  • Der psychologische Effekt des Sparens. Die Sparanlage entzieht das Geld dem täglichen Zugriff bzw. legt eine gewisse Hürde mit dem Ersparten zu konsumieren.
  • Ausgleich der Inflation. Auf dem Girokonto oder zu Hause bringt das Geld 0% Zinsen. Die Inflation eingerechnet würde ihr Vermögen systematisch entwertet.
  • Mündelsicheres Sparen für Kinder oder Sparen für Enkel.


Welche Möglichkeiten hat der konservative Sparer 2015?

Consorsbank Tagesgeld Tipp 2015

1,00% für Neukunden
Zinsgarantie über 12 Monate
deutsche Einlagensicherung
Platz 1 Sparkonten Tagesgeld Consorsbank
Consors Tagesgeld

Savedo J&T Banka – Festgeldzinsen Tipp 2015

1,60% 1 Jahr Anlagedauer
10.000 Euro Mindestanlage
Anlegerschutz bis 100.000 Euro
Festgeld Tipp 2015
J&T Banka / Savedo

Die gemeinsame EU-Finanzpolitik mag in Bezug auf die Zinspolitik ein Fluch für das wirtschaftlich solide Deutschland sein. Gleichzeitig eröffnen sich Möglichkeiten der Geldanlage bei EU-Banken im Ausland. 2015 sind diese Gelanlagen oft höher verzinst und erwirtschaften mehr Rendite als Festgeld oder Tagesgeld bei deutschen Banken.

Da die Sparzinsen 2015 nicht steigen, gilt es, bei guten Angeboten zuzuschlagen und sich möglichst die Zinsen über 12 Monate zu sichern. Wer steuergünstig und mündelsicher für Kinder sparen möchte, für den sind die Rabobank Sparkonten eine gute Wahl.




Fotoquellen: © Gina Sanders – Fotolia.com, © K.-U. Häßler – Fotolia.com

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