Eigenkapitalquote der Banken ist auch interessant für Sparer

Post image for Eigenkapitalquote der Banken ist auch interessant für Sparer

Eigenkapitalquote der Banken ist auch interessant für Sparer

von Sandra Rosenkranz am 17. November 2011

Das Eigenkapital bzw. die Eigenkapitalquote ist eine wichtige Kennzahl für jedes Unternehmen.

Zum einen können Risiken konjunktureller Art aber auch risikobehaftete Geschäfte über das Eigenkapital abgesichert werden. Das gilt insbesondere auch für Banken, da diese gesamtwirtschaftlich eine große Bedeutung einnehmen und teils, wie im Fall Lehmann Brothers, „systemrelevant“ sind. Der Finanzmarkt kann wie ein Kartenhaus zusammen fallen, sollte eine große Bank Pleite gehen.

Vorteile einer hohen Eigenkapitalquote

  • Absicherung von Risiken und Kreditgeschäften
  • Höhere Akzeptanz durch Geschäftspartner
  • Im Fall einer relevanten Bank – erhöhte wirtschaftliche Stabilität

EU Sondergipfel macht den Banken Druck

Sparzinsen und Egenkapital in der EU
In Folge der Griechenlandkrise wurde auf dem EU Sondergipfel beschlossen, die Eigenkapitalquote der EU Banken auf 9% zu erhöhen. Das sind 1% mehr als die Basel II Regelung bisher vorschrieb. Ein richtiger Schritt, den es gilt auszubauen.

Maßgebend für die 9% ist das Volumen an risikobehafteten Geschäften. Das sind zum großen Teil Kredite mit einem immer vorhandenen Ausfallrisiko. Natürlich verdienen die Banken mit dem Kreditgeschäft sehr viel Geld und wollen in dieser Sparte den Umsatz erhöhen. Da die restlichen 91% Prozent der „Risikosumme“ auch durch Spareinlagen der Kunden gedeckt sein können, kommt dem Geschäft mit Sparkonten hier eine zunehmende Bedeutung zu.

Beschlüsse des EU Gipfels

  • Banken müssen EK Quote auf 9% erhöhen
  • bis Mitte 2012 5,2 Milliarden Euro zusätzlich
  • restliches Kreditausfallrisiko kann durch Sparguthaben gedeckt sein

Eigenkapital und Anlegerschutz

Auch hier gibt es eine interessante Verbindung, welche für Sparer interessant ist.

Die Banken mit Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Banken sichern die Ersparnisse der Kunden mit 30% ihres Eigenkapitals ab. Steigt die EK Quote, werden also auch die Anleger davon profitieren. Dies ist jedoch nur für sehr hohe Sparguthaben z.B. im Festgeldbereich interessant, da 30% oft schon Millionen Euro Beträgen entsprechen.

Für Sie hier die aktuellen Sicherungsgrenzen » deutscher und EU Banken im Jahr 2011.

Was ist dem Sparer zu raten?

Wir hatten nach der Leitzinssenkung am 03.11.2011 befürchtet, dass auch die Sparzinsen etwas sinken. Bisher ist das nicht geschehen. Sowohl im Bereich Tagesgeld Sparen als auch bei den Festgeld Sparkonten sind die Zinsen für Sparer stabil.

Ein Grund ist sicher, wie von uns erläutert, in der Aufstockung der Eigenkapitalquote zu sehen. Immerhin müssen bis Juli 2012 von deutschen Banken 5,2 Milliarden Euro zusätzlich hinterlegt werden. Die Kreditzinsen sind nach wie vor niedrig, so daß sich auch das Volumen der potentiellen Kreditausfälle erhöhen sollte, welches wiederum durch EK abgesichert werden muß.

Fazit

Die Banken benötigen aktuell die Sparguthaben der deutschen Kunden und locken auch nach der Leitzinssenkung mit einem guten Zinsniveau.

Das könnte auch interessant für Sie sein:

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag:

Nach oben ↑