
So ähnlich läuft es Anfang 2012 bei Senkungen und Erhöhungen der Festgeldzinsen ab. Wer spielt gegen wen? Wir denken, dass momentan u.a. die IKB und die Bank of Scotland am Tisch sitzen. Mit taktischem Geschick wird versucht, dass Spielfeld als Sieger zu verlassen.
Doch ebenfalls am schwarzen Brett sitzen die Kunden. Sie beobachten und analysieren das Match und haben mit ihren Entscheidungen Einfluss auf die Spielregeln, bestimmen Zeitpunkt und Taktik des nächsten Spiels. Wie wir auf diesen Vergleich kommen?
Wir greifen das Beispiel IKB und Bank of Scotland auf und schauen uns die letzten Zinsänderungen an.
| Laufzeit | Bank of Scotland 13.01.12 | IKB zum 23.01.12 |
|---|---|---|
| 2 Jahre | 3,50% auf 3,25% | 3,20% auf 3,40% |
| 3 Jahre | 4,00% auf 3,75% | 4,00% auf 3,80% |
Die Bank of Scotland führte am 13.01.2012 Zinskorrekturen beim Festgeld durch. Dabei wurden die Festgeldzeiträume 2 Jahre und 3 Jahre leicht nach unten angepasst. Für den 23.01.2012 kündigt die IKB ihre Änderungen an.
Dabei wird erhöht und gesenkt und dabei ganz genau auf Mitbewerber, wie die Bank of Scotland mit ihrem Festgeldprodukt, geachtet. Die Anpassungen erfolgen so, dass man im auserwählten Spielfeld Festgeld 2 Jahre und Festgeld 3 Jahre knapp die Spitzenposition hält bzw. erobert. Das Motto dabei lautet „So wenig wie möglich“ und „So viel wie nötig“.
Die Partie am 23.01.2012 geht an die IKB – ganz klar – doch wer weiß, vielleicht bittet die Bank of Scotland schon in wenigen Tagen um ein Rematch. Wir werden sehen.
Alles nur ein Spiel?
Es ist legitim, sich am Marktumfeld zu orientieren. Das reagieren auf Preisofferten im Wettbewerb ist normal und gehört zur gelebten Marktwirtschaft jeder Branche. Hinzu kommt im konkreten Fall das Internet, als immer stärker werdender Verkaufskanal. Im Wissen der Banken entscheiden Kunden sehr oft mit Hilfe eines Festgeldvergleichs ausschließlich über den Zinssatz.
Natürlich gibt es bei den Festgeldbanken harte Fakten, Bilanzen, Forderungen der Aktionäre und Investoren sowie ein Risikomanagement, welches es nicht jeder Festgeldbank ermöglicht, mitzuspielen.
Auswirkungen für die Festgeldkunden
Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Festgeldkonto zu eröffnen, beobachtet das Geschehen genau und kann sich freuen, dass es eine gesunde Konkurrenz gibt. Wahrscheinlich verschärft die von der EU geforderte Absicherung von Risikogeschäften (u.a. Kredite) das Bemühen, Kundengelder langfristig, wie bei einer Festgeldanlage gegeben, zu binden. Ein Teil dieser Absicherung kann über Spareinlagen der Kunden erfolgen. Wir haben im Artikel Eigenkapitalquote darüber berichtet.
Ausblick Festgeldzinsen
Anfang 2012 gab es einige Zinssenkungen im Bereich Festgeld, wie im Beispiel durch die Bank of Scotland. Die Leitzinssenkung hat jedoch zu keiner grundlegenden Veränderung des Zinsniveaus geführt. Da Ende des Jahres 2012 mit niedrigerer Inflation gerechnet wird, sollte sich eine Festgeldanlage wieder verstärkt rechnen.



