Sparzinsen – werden die Zinsen 2017 steigen? Ihre Geldanlage.

von aktualisiert am: 13.01.2017

Viele Anleger stellen sich 2017 die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, Geld anzulegen?
Werden die Sparzinsen dieses Jahr steigen
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Die Sparzinsen bewegen sich aufgrund der niedrigen Leitzinsen auf einem Rekordtief, wie in unseren Grafiken und genauer im Artikel zur Zinsentwicklung zu erkennen. Dennoch gibt positive Tendenzen, aus denen und aus weiteren Fakten sich eine Prognose für das laufende Jahr 2017 ableiten lässt.

Top-Werte bei den Sparzinsen / Tagesgeld / Festgeld – Zinsentwicklung
In der Grafik sehen Sie die aktuellen Top-Anbieter mit den derzeit besten Zinsen. Durch Anklicken gelangen Sie zum Vergleich.

Sparzinsen werden 2016 nicht steigen
Sparzinsen können 2017 leicht steigen. Rückblick auf 2016.

Geldanlage -> Tagesgeld / Sparkonto: 10-jährige Bundesanleihen waren 2015 von 0,05% auf 0,70% gestiegen. Einen Einfluss auf die Sparzinsen hatte das nicht, wie unsere Realtimegrafik (siehe oben) zur Zinsentwicklung beim Tagesgeld zeigt. Ende 2015 gab es bei der Tagesgeld-Zinsentwicklung einen kleinen positiven Trend, der jedoch im März 2016 durch die Leitzinssenkung einen Dämpfer erhielt.

Geldanlage -> Festgeld Sparen: Bei den Festgeldzinsen bis zur Laufzeit von 10 Jahren, so auch beim Festgeld über 1 Jahr gab es im August 2016 nur leichte Aufwärtstendenzen, bevor es wieder abwärts ging, wie Sie dem Diagramm mit letztem Stichtag am 01.01.2017 entnehmen können. Den Abwärtstrend konnte auch die Expansion der Festgeldplattformen WeltSparen, Savedo und Zinspilot nicht bremsen. Über diese Marktplätze haben deutsche Sparer die Möglichkeit, bei vielen ausländischen Banken Festgeld mit teils guten Zinsen anzulegen. Damit verbunden sind höhere Ausfallrisiken, die zuletzt von der Stiftung Warentest / Finanztest aufgezeigt wurden.

Sparzinsen können 2017 leicht steigen
Fakten, die ein Ansteigen der Zinsen 2017 begünstigen können.

  • Am 14.12.2016 hat die amerikanische Fed, wie vom Markt erwartet, den US-Leitzins erhöht. Der Zinskorridor liegt jetzt bei 0,50 bis 0,75 Prozent. Nach der Erhöhung Anfang des Jahres ein weiteres positives Signal aus den Staaten, welches seinen Effekt auch für Europa und die EZB haben wird. Die Zeiten billigen Geldes neigen sich dem Ende zu.
  • Seit dem Tiefstand (41 Cent) im Januar 2016 sind die Rohölpreise gestiegen. Aktuell im Januar 2017 werden ca. 60 Cent pro Liter aufgerufen.
  • Die wirtschaftliche Lage in den EU-Südstaaten hat sich leicht stabilisiert. Die Arbeitslosenquote sank z.B. in Portugal von 16% im Jahr 2013 auf 12% im Jahr 2016. Ähnlich sieht die Situation in Spanien aus.
  • Immer mehr ausländische Anbieter umwerben die deutschen Sparer mit höheren Zinsen – das kann statistisch zu einem Anstieg der durchschnittlichen Sparzinsen führen.
  • Die Inflationsrate für die EU stiegt September 2016 recht deutlich. Die von der EZB angepeilten 2,00% sind vielleicht doch auf Sicht von 2-3 Jahren zu erreichen. In Deutschland gab es im Dezember einen enormen Anstieg der Inflationsrate auf 1,70%.

Anlagetipps und Zinsangebote für Sparer 2017 »».

Gibt es weitere positive Signale und Indizien?

Im Bereich Tagesgeld sehen Sie in unserer Zinsstatistik nur wenige unbedeutende Zinserhöhungen einzelner Banken. Das ist beim aktuellen Szenario nicht ungewöhnlich. Die Zinshöhe beim Tagesgeld spiegelt immer den aktuellen Markt wieder. Eine Ausnahme bildet die Zinserhöhung für das Consorsbank Tagesgeld zum 12.12. mit dann 1,00% für Neukunden.

In den Festgeldzinsen ist jedoch der längerfristige Marktrend bzw. die Erwartung zur Zinsentwicklung inbegriffen. Erstmals gab es im Oktober, gerade bei den langen Laufzeiten z.B. beim Festgeld mit 5 Jahre, signifikante Zinserhöhungen einzelner Banken. So haben z.B. die Credit Agricole und die Vakif Bank ihre Zinsen angehoben. Alle Zinserhöhungen sehen Sie in unserer Festgeldstatistik.

 
Im Zusammenhang mit einem möglichen Zinsanstieg bei den Tagesgeldzinsen und Festgeldzinsen erläutern wir einige prinzipielle Zusammenhänge.
geldanlage 2017 - steigen die Sparzinsen?
Inhalt des weiteren Artikels:

Niedrige Inflation – ab Oktober 2016 positive Tendenz.

Inflation Deutschland
Dezember 2015 0,3%
Januar 2016 0,5%
Februar 2016 0,0%
März 2016 0,3%
April 2016 -0,1%
Mai 2016 0,2%
Juni 2016 0,3%
Juli 2016 0,4%
August 2016 0,4%
September 2016 0,7%
Oktober 2016 0,8%
November 2016 0,8%
Dezember 2016 1,7%
Inflation €-Zone
Dezember 2015 0,2%
Januar 2016 0,3%
Februar 2016 -0,5%
März 2016 0,0%
April 2016 -0,2%
Mai 2016 -0,1%
Juni 2016 0,1%
Juli 2016 0,2%
August 2016 0,2%
September 2016 0,4%
Oktober 2016 0,5%
November 2016 0,6%
Dezember 2016 1,1% (Schätzung)

 
 
Die Inflation ist auch in Deutschland noch zu niedrig, obwohl die gefühlte Wahrnehmung der Menschen subjektiv eine andere ist. Im Gegensatz zur, auf Basis der Verbraucherpreise vom Statistischen Bundesamt berechneten, ist die persönliche Inflationsrate sehr unterschiedlich. Der prozentuale Konsumanteil an einzelnen Produkten des statistischen Warenkorbes ist individuell verschieden. Eine Familie die einen Großteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgibt oder ausgeben muss, kommt gefühlt und auch real auf eine höhere Inflationsrate. Auch Verbraucher die auf gesunde Ernährung wert legen und vorwiegend Bio-Produkte konsumieren, werden von sinkenden Preisen wenig spüren.

Die Berechnung der Inflationsrate beinhaltet einen qualitativen Fakor, der gerade bei Elektronikartikeln den technischen Fortschritt berücksichtigt. Die niedrige (rechnerische) Inflation 2015 war vor allem auf die gesunkenen Rohstoffpreise zurückzuführen. Benzin und auch Heizöl hatten sich auf Jahressicht deutlich verbilligt. Aktuell Anfang 2017 ist eine Gegenbewegung erkennbar, die Rohölpreise steigen wieder und könnten die Inflation pushen. Bei den Lebensmitteln sind die Preise in einigen Segmenten gestiegen. Wie und warum steht die niedrige Inflationsrate jedoch mit den Sparzinsen in einem Zusammenhang?

Heizölpreise der letzten Jahre im Vergleich:niedrige Inflation 2017

2012 2013 2014 2015 Okt. 2016 Jan 2017
Ø 95 € / 100 l Ø 85 € / 100 l Ø 80 € / 100 l Ø 62 € / 100 l Ø 45 € / 100 l Ø 57 € / 100 l

Inflationsraten EU 2016 auf Basis Verbraucherpreisindex (VPI)

Immer wieder rutschte die Teuerungsrate der Euro-Zone in den negativen Bereich, sämtliche Bemühungen der EZB schienen wirkungslos zu bleiben. Der Leitzins als Stellschraube für Konjunktur und Inflation funktionierte nicht mehr. Aktuell 2017 jedoch eine positive Tendenz, die Inflationsrate in der EU steigt signifikant. 2,00% Inflationrate als Ziel für die Euro-Zone sind mittelfristig vielleicht doch zu erreichen.

Quelle für Inflationszahlen: de.statista.com

EZB bekämpft Deflation – Theorie 1.

Stagnieren die Preise oder sinken, mag das für den Verbraucher kurzfristig gut erscheinen. Die Unternehmen verdienen jedoch weniger und in der Folge sinken auch Löhne und Gehälter. Das führt zu sinkendem Konsum. Zudem zögern Private und Unternehmen bei Investitionen, hoffen auf weitere Verbilligungen. Eine Spirale aus sinkenden Preisen und zunehmender Kaufzurückhaltung setzt sich in Gang. Ökonomen nennen diese Entwicklung eine Deflation. Genau das ist das Horrorszenario der EZB und Grund für die Niedrigzinspolitik.

Dass diese Theorie für einige Länder nicht abwegig ist, beweisen die negativen Inflationszahlen für Zypern oder auch Griechenland (siehe Tabelle).

Der schwächelnden Wirtschaft in Südeuropa sollen mit niedrigen Leitzinsen neue Impulse verliehen werden. Leider funktioniert das bisher nur begrenzt.

EZB subventioniert Banken und Krisenstaaten – Theorie 2.

Nur wenn die Banken das Geld günstig weiter verliehen, sind Effekte zu erwarten. Die Kreditaufnahmen durch die Wirtschaft sind jedoch weiterhin unzureichend. Momentan können sich Banken Geld zu 0,00% leihen. Die Gefahr, dass die EU mit dem billigen Geld nur die Liquidität der Banken erhöht und damit Pleitebanken saniert, steht offen im Raum.

Ruft eine Bank das georderte Geld bei der EZB nicht ab, sondern parkt es weiterhin bei der Zentralbank, wird das mit einem Negativzins, dem Einlagenzinssatz von -0,40% bestraft. Das Geld soll in den Wirtschaftskreislauf fließen und muss die Konjunktur ankurbeln. Ursache dafür, dass EZB-Geld nicht in der Realwirtschaft ankommt, ist die Zinspolitik der Banken. Die Kreditzinsen sind nach wie vor zu hoch, zudem ist die Vergabepolitik wenig risikofreudig.

Druckt die EZB das Geld?

Die Milliarden Euro frisches EZB-Geld existieren nicht real. Die Notenpresse wird nicht angeworfen. Gegen Sicherheiten, wie Aktienoptionen schreibt die Europäische Zentralbank den Banken das Geld virtuell gut – ein rein buchhalterischer bzw. elektronischer Vorgang.

Niedrige Leitzinsen – niedrige Sparzinsen.

Diese Regel gilt und ist für den Anleger 2016 schmerzlich zu spüren.

Auf der anderen Seite pendelt der DAX zwischen 10.000 und 12.000 Punkten. Vielen Anlegern ist dabei nicht wohl, sie scheuen das Aufspringen auf den fahrenden Zug. Zudem kennt sich nicht jederan der Börse und mit ETB’s und Aktien aus, kann und will die Zeit für die Recherche von Unternehmenszahlen und Markttendenzen nicht investieren. Für eine erfolgreiche Spekulation an der Börse sind Sachkenntnis und Zeit jedoch unabdingbar.

Warum Banken das Geld der Sparer doch benötigen.

Bei der Geldbeschaffung über die EZB handelt es sich um kurzfristige Kredite mit einer Laufzeit von meist 3 Jahren. Bei einer Festgeldanlage eines privaten Sparers kann die Bank langfristig mit dem Kapital arbeiten. Auch Tagesgeldanlagen sind oft über viele Jahre konstant hoch bzw. werden systematisch aufgestockt.

LIBOR-Skandal – Geldtransfer zwischen den Banken stockt.

Ein weiterer Grund, warum das Geld der Sparer noch interessant ist, könnte im fehlenden Vertrauen der Banken untereinander begründet sein. Auf der Zinsbasis vom LIBOR geben sich die Banken untereinander Kredite. Anleihen zwischen Banken orientieren sich an den verschieden EURIBOR – Zinssätzen. Nach der Aufdeckung zahlreicher Manipulationen am LIBOR (nachweislich auch von der Deutschen Bank) ist dieser Geldbeschaffungsweg für eine Bank nicht mehr so transparent wie vor einigen Jahren und mit einigen Risiken behaftet.

Synergieeffekte und Mischkalkulationen
Ein Grund, warum beim Consorsbank Tagesgeld noch gute Sparzinsen zu erzielen sind, könnte die strategische Überlegung der Bank sein, einige der neuen Tagesgeldkunden mit dem kostenlosen Aktiendepot, welches automatisch mit eröffnet wird, zum Handel mit Fonds und Aktien and der Börse zu bewegen. Consors verdient an den Ordergebühren.

Breit aufgestellte Konzerne wie Renault oder stark im Consumer Kreditgeschäft tätige Unternehmen nutzen die privaten Geldanlagen zur Kapitalbeschaffung, um das lukrative Kreditgeschäft zu finanzieren. In solchen Konstellationen finden Sie auch 2016 noch attraktive Sparzinsen.

Argumente für eine Geldanlage 2016 /2017 trotz niedriger Sparzinsen.

  • Der psychologische Effekt des Sparens. Die Sparanlage entzieht das Geld dem täglichen Zugriff bzw. legt eine gewisse Hürde mit dem Ersparten zu konsumieren.
  • Ausgleich der Inflation. Auf dem Girokonto oder zu Hause bringt das Geld 0% Zinsen. Die Inflation eingerechnet würde ihr Vermögen systematisch entwertet.
  • Mündelsicheres Sparen für Kinder oder Sparen für Enkel.

Welche Möglichkeiten hat der konservative Sparer 2017?

Die gemeinsame EU-Finanzpolitik mag in Bezug auf die Zinspolitik ein Fluch für das wirtschaftlich solide Deutschland sein. Gleichzeitig eröffnen sich Möglichkeiten der Geldanlage bei EU-Banken im Ausland. 2017 sind diese Gelanlagen oft höher verzinst und erwirtschaften mehr Rendite als Festgeld oder Tagesgeld bei deutschen Banken.

Da die Sparzinsen 2017 wenn, dam nur leicht steigen, gilt es, bei guten Angeboten zuzuschlagen und sich möglichst die Zinsen über 12 Monate zu sichern. Wer steuergünstig und mündelsicher für Kinder sparen möchte, für den ist das Consorsbank Tagesgeldkonto eine gute Wahl.

Tagesgeld Tipp 2017 – Consorsbank Tagesgeld

  • 1,00% für Neukunden mit Zinsgarantie über 6 Monate
  • dt. Anlegerschutz in Mio. Euro Höhe

weitere Infos

 

Festgeld Tipp für 1 Jahr 2017 – Addiko Bank (WeltSparen)

  • sichere 1,30% für 1 Jahr Anlagedauer
  • vertrauenswürdige österreichische Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde

weitere Infos

 

 
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