Von Abgeltungssteuer bis Zinsgarantie – das kleine Finanzglossar

von aktualisiert am: 01.12.2015

FinanzglossarIn der Finanzwelt begegnen Kunden und Anlegern viele unterschiedliche Bezeichnungen. Insbesondere bei den Begrifflichkeiten rund um das Thema Sparzinsen sind die Unterschiede für Laien oft nicht gleich erkennbar. Folgendes Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe rund um die Themen Konto, Kredit und Kapital.

Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer fällt bei Kapitalerträgen an, die beispielsweise aus Zinsen von Sparanlagen oder aus ausgezahlten Dividenden entstehen. Sie beträgt immer 25 Prozent und ist unabhängig vom individuellen Steuersatz. Da sie direkt abgeführt wird, wird sie als Quellsteuer bezeichnet und muss nicht mehr in der Einkommensteuererklärung aufgeführt werden.

Basiszinssatz

Der Basiszinssatz ist die Grundlage der Berechnung von Verzugszinsen. Der Basiszinssatz wird jeweils zum 1. Januar und zum 1. Juli eines Jahres von der Deutschen Bundesbank neu berechnet. Ab dem 1. Januar 2015 gilt nach Informationen von bundesbank.de der Basiszinssatz von -0,83 Prozent.

Dispo

Dispo ist die Kurzform von Dispositionskredit oder auch Dispokredit. Er bezeichnet eine begrenzte Überziehungsmöglichkeit, die Privatkunden auf ihr Girokonto eingeräumt wird. Wird das Konto überzogen, werden pro Tag Überziehungszinsen fällig je nach Höhe der Überziehungssumme. Zusätzlich berechnen Banken noch einen Sollzins.

Dividende

Eine Dividende ist ein Teil des Gewinns, der an Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Dividende kann dabei sowohl in Kapital, als auch in Naturalien oder in Form weiterer Aktien ausgezahlt werden. Bei einer Aktiengesellschaft wird die Höhe der Dividende auf der Hauptversammlung beschlossen und in der Regel kurz danach ausgeschüttet. Dividenden werden mit einer Quellsteuer von 25 Prozent besteuert.
Glossar Dividende / Einlage

Einlage

Der Begriff Einlage bezeichnet sämtliches Guthaben auf Festgeld-, Giro- und Sparkonten. Einlagen können sowohl Darlehen sein als auch die unregelmäßige Verwahrung von Geld oder Gütern zur Kapitalbildung. Einlagen unterliegen in der Regel einem Sicherungsfonds, der sie im Fall einer Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit der Bank schützt.

Effektivzins

Der Effektivzins oder auch effektive Jahreszins ist die Angabe über die tatsächlichen Kosten eines Kredites. Er setzt sich aus verschiedensten Faktoren zusammen wie Nominalzins, Bearbeitungsgebühr, Darlehensgebühr und Laufzeit. Der Effektivzins gibt also die Gesamtkosten eines Kredites pro Jahr in Prozent an.

EZB

Die Europäische Zentralbank hat ihren Sitz in Frankfurt und ist ein Organ der EU. Sie führt die Geldpolitik der europäischen Mitgliedsstaaten und hat als Hauptziel die Stabilität des Preisniveaus. Sie soll die Finanzmärke stabilisieren und für eine ausgeglichene Konjunktur sorgen. Wichtiges Instrument hierzu ist der Leitzins.

Festgeld

Das Festgeld wird auch als Termingeld oder Zeitgeld bezeichnet und beschreibt die Verfügbarkeit der jeweiligen Einlagen. Es zeichnet sich durch eine feste Laufzeit und einen vereinbarten Zinssatz aus. In dieser Zeit kann auf das Kapital vom Anleger nicht zugegriffen werden, dafür sind die Zinsen für eine solche Anlageform in der Regel relativ hoch.

Fonds

InvestmentfondsEin Fonds (auch Investmentfonds) setzt sich aus dem Kapital vieler Anleger zusammen. Eine Investmentgesellschaft bündelt dieses Kapital und investiert es in einen oder mehrere unterschiedliche Anlagebereiche wie Aktien, Immobilien oder Wertpapiere. Durch die Investitionen in verschiedene Anlagen sinkt das Anlagerisiko eines Fonds.
Fonds können aktiv und passiv gemanagt werden. Beim aktiven Management betreut ein Fondsmanager das Kapital und investiert je nach Marktbeobachtung verstärkt in einzelne Bereiche. Passiv gemanagte Fonds werden auch Indexfonds genannt. Sie sollen einen bestimmten Börsenkurs nachbilden und sind damit an diesen gebunden, was ihn stabiler, aber meist auch weniger ertragreich macht.

Girokonto

Das Girokonto ist ein sogenanntes Kontokorrentkonto, also ein laufendes Konto, das Grundmittel für die Abwicklung von Zahlungsverkehr von Bankkunden. Das Geld auf einem Girokonto ist für den Inhaber jederzeit verfügbar. Es eignet sich für regelmäßige Geldeingänge und Ausgaben, allerdings nicht für die gewinnbringende Anlage von Kapital.

Immobilienfonds

Das Kapital aus Immobilienfonds wird ausschließlich verwendet, um in Immobilien zu investieren. Es wird unterschieden in offene und geschlossene Immobilienfonds. Das Prinzip eines offenen Immobilienfonds basiert darauf, dass jederzeit Kapital eingezahlt oder entnommen werden kann. Geschlossene Immobilienfonds werden dagegen genutzt, um einzelne Projekte zu finanzieren. Sobald das nötige Kapital vollständig ist, wird der Fonds geschlossen. Eine tiefergehende Definition findet sich hier.

Leitzins

Der Leitzins ist die Grundlage aller von den Banken festgelegten Zinssätze, die innerhalb eines Währungsgebietes angewendet werden. Festgelegt wird der Leitzins von der jeweiligen Zentralbank. In Europa ist dafür die Europäische Zentralbank (kurz EZB) zuständig, in den USA die Federal Reserve (kurz FED). Ein niedriger Leitzins verspricht zwar günstige Kredite, aber auch niedrigere Zinsen auf Sparkonten.

Nominalzins

Glossar NominalzinsDer Nominalzins bezeichnet den für einen Kredit vereinbarten Zinssatz oder jenen, der auf eine Einlage vereinbart wird. Angegeben wird in er in der Regel pro Jahr (p.a. / per anno). Nicht enthalten sind im Nominalzins weitere Faktoren wie die Bearbeitungsgebühr, sodass der Betrag in den meisten Fällen nicht identisch ist mit dem effektiven Jahreszins. Bei Sparkonten und auch vielen Tagesgeldkonten entspricht der Nominalzins der Rendite. Welche Bedeutung der Nominalzins im Anlagesegment noch hat, erläutert dieser Beitrag genauer.

Realzins

Der Realzins bezeichnet den Wert des Nominalzinses, der hinsichtlich der erwarteten Inflation oder Inflation korrigiert wurde. Der Realzins hilft bei der Einschätzung des tatsächlichen Kaufwertes, den eine Kapitalanlage hat.

Rendite

Die Rendite bezeichnet den Gewinn einer Investition in Bezug auf ihre Höhe und wird als Prozent pro Jahr angegeben. Mit dem Renditerechner können Anleger den Ertrag einer Anlage über einen bestimmten Zeitraum ausrechnen.

Sparkonto

Ein Sparkonto oder auch Sparbuch ist wohl die bekannteste Form, um privat Geld mit Zinsen anzulegen. Im Gegensatz zum Festgeldkonto können Sparer noch immer relativ flexibel auf das angesparte Kapital zugreifen; meist mit einer gewissen Wartezeit oder Kündigungsfrist. Die Zinsen fallen dafür meist niedriger aus als bei einem Festgeldkonto.
Weitere Informationen zum Unterschied zwischen Sparkonto und Tagesgeldkonto sind hier zu finden.

Tagesgeldkonto

Glossar TagesgeldkontoAuch ein Tagesgeldkonto ist eine verzinste Kapitalanlage. Im Gegensatz zum Spar- und Festgeldkonto kann auf das Guthaben hier täglich zugegriffen werden, ähnlich wie beim Girokonto. Allerdings kann ein Tagesgeldkonto nicht für jeden Zahlungsverkehr genutzt werden. Häufig kann das Geld nur auf ein festes Referenzkonto, also ein Girokonto, überwiesen werden, von wo aus es weiter genutzt werden kann.

Zinsgarantie

Eine Zinsgarantie ist die Gewährleistung eines bestimmten Zinssatzes über einen festen Zeitraum. Während dieser Laufzeit können die Zinsen weder steigen noch sinken, was bei einer langen Laufzeit sowohl positiv als auch negativ für den Anleger sein kann. Die Zinsgarantie findet zumeist bei Tagesgeldkonten Anwendung.

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