Weltspartag 2016 – Gedanken zum Thema Sparen

von aktualisiert am: 28.11.2016

Der weltweit bei unterschiedlicher Bedeutung begangene Weltspartag bzw. Weltsparsamkeitstag hat eine lange Tradition. Erstmals wurde dieser 1925 ausgerufen und fand daraufhin jährlich am 30.10. oder 31.10. statt. Da in Deutschland am 31.10. Reformationstag ist, hat sich der 30.10. als genauer Termin für den Weltspartag etabliert.

In diesem Jahr ist der 28.10.2016 der genaue Termin, an dem der WeltSpartag begangen wird.

Sinn und Zweck des Weltspartages – Historie

Weltspartag 2016Historisch betrachtet galt es Anfang des Jahrhunderts das Vertrauen in Geld als Währung wiederherzustellen. Mit Einführung der Reichsmark, deren Umlaufmenge zu 30% durch Gold gedeckt war, gelang es im Rahmen der Währungsreform Ende 1923 in Deutschland eine stabile Währung aufzubauen. Die Jahre zuvor waren durch Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und einer heute unvorstellbaren Inflation geprägt. In wenigen Monaten kam es zu Preissteigerungen um 100.000%. Die Mark war schlicht weg nur noch Papiergeld.

Aktionen am Weltspartag
Traditionell bieten die Sparkassen über viele Jahre am WeltSpartag für junge Leute und Kinder attraktive Angebote. Das Geld aus dem Sparschwein soll zur Bank und Zinsen erwirtschaften. So gab es beim Besuch einer Filiale der Postbank für die Kleinen ein Spielzeug (siehe Abbildung).

Leider ist vielen Banken dieser Tag heute völlig egal. Es gibt wenig Aktionen, nichtmal zum Thema Sparen für Kinder.

Postbank Geschenk zum Weltspartag 2016Die Ostsächsische Sparkasse Dresden weist auf der Internetseite z.B. gerade in der Weltsparwoche auf eine günstige Baufinanzierung hin – wie passend.

Einige Ausnahmen und Aktionen sind bekannt:

Macht es heute noch Sinn zu sparen?

Generell hat sich der Umgang mit Geld jedoch stark verändert. Sie kennen die aktuelle Zinsentwicklung. Aufgrund der EZB-Finanzpolitik sanken in den letzten 2 Jahren die Leitzinsen. Als Folge dessen sanken auch die Sparzinsen drastisch. Im Volksmund hört man immer öfter den Satz. „Sparen lohnt sich nicht mehr.“ Diese Aussage muss man differenzieren. Genau genommen geht es um das „Sparen mit Zinsen“. Hier stimmt die Aussage. Doch im Rahmen des Weltspartages und in dessen Sinne gibt es grundsätzlich und unabhängig vom Zinsertrag positive Aspekte, die leider in unsere Zeit in Vergessenheit geraten.

Sparen kann glücklich machen!

Früher war es verpönt, ein Leben auf Pump zu führen. Nur wenn das Geld vorhanden war, konnte ein Auto gekauft werden oder eine neue Wohnungseinrichtung. Es gab eine Moral beim Umgang mit Geld. Vor diesem Hintergrund machte das Sparen Sinn. Unter Entbehrungen und mit viel Ehrgeiz war es durch jahrelanges Sparen möglich, sich den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen. Verbunden war dieser Moment mit einem Glücksgefühl und dem Stolz, etwas wirklich zu besitzen.

Schulden sind emotionaler Ballast.

Heute erfüllen sich viele Menschen Wünsche, die sie sich nicht leisten können. Für jedes Produkt werden Finanzierungen angeboten. Die Konsumgesellschaft mit ihren Verlockungen wirkt auf die Mehrzahl der Bürger sehr stark, viele sind diesen erlegen. Soziales Geltungsbedürfnis, das sich Definieren über materielle Werte, führt in unserer Zeit dazu, dass kaum mehr gespart wird. Autos, Häuser, Technik, Möbel – alles wir finanziert. Wünsche erfüllt man sich sofort und in Übermaß.

Die Negativseite: Die gemachten Schulden sind eine emotionale Belastung, mit Ängsten verbunden und dämpfen das Glücksgefühl beim Konsumieren im hohen Maße. Ein Aspekt, den Sie und wir am Weltspartag 2016 bedenken und wahrnehmen sollten.

Argumente für das Sparen mit oder ohne Zinsen:

  • Minizinsen sorgen zumindest für den Inflationsausgleich. Die Durchschnittszinsen beim Tagesgeld (September 2016: 0,22%) sind niedriger als die aktuelle Inflationsrate von 0,70% (09/2016) in Deutschland.
  • Die Verlockung zu konsumieren ist geringer, wenn ihr Geld auf einem Sparkonto angelegt ist.
  • Der emotionale Faktor. Die Freude über eine selbst ersparte Anschaffung ist ungleich größer als bei einem Finanzkauf. Das Gekaufte ist ihr echter Besitz. Sie haben dazu eine echte und oft emotionale Bindung.
  • Sie sind es ihren Kindern schuldig und auch rechtlich verpflichtet, Zuwendungen zum Beispiel aus Geldgeschenken von Verwandten mündelsicher anzulegen.

Politik und Wirtschaft wollen nicht, dass wir sparen!

Politik und Wirtschaft machen es vor und haben dazu geführt, dass die Zahlungsmoral gerade bei jungen Leuten immer mehr verkommt. Der deutsche Staat hat selbst zig Mrd. Euro Schulden – ein Alibi für den kleinen Mann, sich nicht anders zu verhalten. Zinslose Kredite und deren bedenkenlose Vergabe führen oft in eine Schuldenfalle.

Gerade jetzt, beim leichten wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland wird die hohe Binnennachfrage als positiver Faktor gelobt. Kurzfristig betrachtet ist das richtig. Der Umsatz der Unternehmen steigt – mehr Arbeitsplätze, höhere Gewinne, mehr Steuereinnahmen für den Staat. Diese Aussagen gelten jedoch nicht für fremdfinanzierten Konsum. Nimmt die Verschuldung der deutschen Haushalte weiter zu, gilt sparen weiter als eine Sache von gestern, besteht bei einem wirtschaftlichen Abschwung in Deutschland die Gefahr, dass viele Haushalte ihre Kreditraten nicht mehr bedienen können. Nicht nur für die Familie eine Katastrophe, auch die Banken und der Staat spüren die Auswirkungen. Die Folgen der Immobilien- und Bankenkrise in den USA sollten uns eine Warnung sein.

Eltern haben Verantwortung – Sparen für Kinder und mit den Kindern

sparen mit dem KinderkontoWir sind der Meinung, der Spargedanke muss wieder zurück in die Gesellschaft. Im Rahmen des Weltspartages sind die Eltern gefordert. Nur deren Vorleben und deren Argumente für einen neuen, sinnvollen Umgang mit Geld können einen Richtungswechsel bei der jungen Generation einleiten. Das fängt mit dem Sparschwein an, geht über maßvolles Taschengeld bis zum ersten Sparkonto für Kinder. Versuchen Sie ihren Kindern klar zu machen, dass Spielzeug, Technik oder Kleidung einen Wert darstellen und nur mit verdientem oder gespartem Geld zu bekommen sind.

Vielleicht nehmen Sie als Eltern den Weltspartag 2016 zum Anlass, einige unserer Artikel zum Thema zu lesen.

Bildquellen: © Digitalpress – Fotolia, © PhotographyByMK Fotolia

   

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